Projekttitel
Bau eines Bewässerungssystems in der Gemeinde Mollipongo im Kreis Puerto Mayor de Carabuco, Department La Paz, Bolivien
Zielgruppe
Es werden 80 Familien mit insgesamt ca. 338 Personen in der Gemeinde Mollipongo von dem Wasserbauprojekt profitieren.
Dauer des Projektes
Die Bauzeit wird vom 01.03.2025 bis 30.09.2025, d.h. etwa sechs Monate betragen
Kosten
Der Gesamtwert des Projektes beläuft sich auf €uro 36.830.–, davon werden wir eine Fördersumme in Höhe von €uro 25.000.– bei der W.P.Schmitz Stiftung beantragen. Unser Verein trägt damit einen Anteil von €uro 11.830.–.
Projektbeschreibung
Das Projekt soll im Department La Paz im Landkreis Puerto Mayor de Carabuco in der Provinz Eliodoro Camacho in der Gemeinde Mollipongo durchgeführt werden. Die Gemeinde ist ca. 182 km von La Paz entfernt. Sie liegt auf dem Altiplano, der Hochebene im Norden der Anden, auf 3.810 m über dem Meeresspiegel und gehört hydrographisch zum Becken des Titicacasees. Der physische Einflussbereich des Projekts umfasst die Anbauflächen der Gemeinde Mollipongo. Die begünstigten Familien betreiben Landwirtschaft und Viehzucht, hauptsächlich zum Unterhalt der Familien. Angebaut werden hauptsächlich Kartoffeln und Oca, in geringen Mengen auch Quinoa und Gerste; die Erträge reichen zur Ernährung der Familien nicht aus. Daneben werden Rinder, Schafe und Lamas gehalten.
Vor allem in den Monaten Oktober bis Dezember, den Hauptmonaten für die Bodenbearbeitung und die Aussaat, sind die Niederschläge im Zielgebiet sehr gering (722 mm/Jahr) und teils unvorhersehbar. Die Landwirtschaft ist in diesem Gebiet daher risikobehaftet. Die Wasserknappheit wirkt sich nicht nur auf die landwirtschaftliche Produktion aus, sondern auch auf den Verbrauch von Menschen und Tieren. Die wenigen in dem Gebiet vorhandenen Wasserquellen wie Quellen und Flüsse werden – vor allem aufgrund der zerklüfteten Topografie (Schluchten, Abhänge, usw.) und des Mangels an wirtschaftlichen Ressourcen und technischer Hilfe – nicht optimal genutzt. Dadurch kann das vorhandene Wasser nicht in die Anbaugebiete gelangen, sondern versickert größtenteils ungenutzt im Boden. In Mollipongo gibt es einige Bäche und Quellen, die das ganze Jahr über Wasser liefern. Der durchschnittliche Durchfluss in der Trockenzeit beträgt 1,55 Liter / Sekunde. Die Gemeinde verfügt bislang über kein Bewässerungssystem, da die Familien nicht über ausreichende wirtschaftliche Ressourcen und technische Kenntnisse verfügen, um eine eigene Bewässerungsinfrastruktur zu errichten. Wie fast überall auf dem Altiplano wird Regenwasser gesammelt und als Trinkwasser genutzt. Aus diesen Gründen ist die landwirtschaftliche Produktion gering; derzeit erwirtschaften die Familien der Gemeinde einen Ertrag von 3.487 kg Kartoffeln / ha, 382,5 kg Bohnen / ha, bzw. 675 kg Oca / ha. (Quelle: Zielgruppenbefragung) Die Ernährung basiert stark auf Kohlenhydraten und ist wenig divers. Zudem werden keine Überschüsse erzielt, die vermarktet werden könnten, um ein Einkommen zu generieren.
Diese Faktoren führen dazu, dass die Familien weiterhin eine vom Regen abhängige Produktion betreiben, mit den daraus resultierenden Risiken sowohl für die Landwirtschaft als auch für die Viehzucht. Wenn es nicht ausreichend regnet, vertrocknet die Saat; Starkregen gefährdet sie. Vieh weidet im Ödland und wird auf familieneigene Hochalmen getrieben. Die landwirtschaftliche Produktion und Produktivität sind daher gering und stark fokussiert auf Kohlenhydrate (Kartoffeln in Form von Chuño). Die Ernährung der Familien ist nicht abwechslungs- und nährstoffreich und sie können keine Überschüsse erwirtschaften, die vermarktet werden könnten. Daher erzielen die Familien aktuell kein wirtschaftliches Einkommen.
Die Besorgnis und der Bedarf der Familien der Gemeinde veranlassten sie dazu, gemeinsam mit den Technikern von Sartawi Sayariy eine Begehung zur Bewertung und Quantifizierung der vorhandenen Wasserressourcen vorzunehmen. Gemeinsam kamen sie zu dem Schluss, dass die existierenden topografischen Bedingungen es ihnen ermöglichen könnten, die Wasserressourcen durch den Bau eines Schwerkraftbewässerungssystems zu nutzen, da sich die Wasserquellen im oberen Teil der Gemeinde befinden.
Darstellung der aktuellen Situation
Wasserquelle und Messung des Wasserflusses


Anbauflächen


Treffen mit den beteiligten Familien, Befragung zur aktuellen Situation


Aktualisierung 01 / Oktober 2025:
Der Fördervertrag wurde am 14.08.2025 von der SchmitzStiftung unterschrieben und freigegeben.
Die Bauzeit wird vom 11.08.2025 bis 11.03.2026, d.h. etwa sechs Monate betragen, der letzte Monat ist für den administrativen Projektabschluss vorgesehen.
Der Gesamtwert des Projektes ist v.a. wegen der erheblichen Material-preissteigerungen (Inflation) auf mittlerweile €42.000 gestiegen (der neue Projektwert wurde von der Stiftung genehmigt), davon werden wir nach wie vor eine Fördersumme in Höhe von €uro 25.000.– bei der W.P.Schmitz Stiftung erhalten. Unser Verein trägt somit einen Anteil von €uro 17.000.–.
Die erste Mittelanforderung für Ausgaben in den ersten vier Monaten gestellt und mit unserem Anteil am 19.08.25 in Höhe von € 34.900 an das Projekt überwiesen.
Aktualisierung 02 / Januar 2026
Die erste Rate der Überweisung hat durch einen überraschend hohen
Wechselkurs sehr viel mehr lokale Währung (Bs) erbracht als in der
Auftragsvergabe kalkuliert, so dass fast das gesamte Projekt finanziert
werden konnte.
In enger Abstimmung mit der fundacion und der Schmitz-Stiftung (WPS)
haben wir eine Erweiterung beschlossen, um die im ursprünglichen
Projektteil geplante Wassererschliessung und -versorgung durch
folgende Zusatzarbeiten noch effizienter zu gestalten:
• Ersetzen der offenen Wassergräben durch Rohrleitungen (damit
kein Verlust mehr durch Versickern)
• Verteilkammern und Sammelbecken (bessere Bedarfssteuerung)
• Sprinkleranlage auf den Feldern (statt unkontrolliertes Schwallen).
Wir sind sehr froh, dass die Stiftung unseren Vorschlägen gefolgt ist und
die Erweiterung genehmigen konnte.
Inzwischen ist das restliche Geld (2. Rate) von der Stiftung abgerufen
und mit unserem Anteil in Summe € 6.920.– nach Bolivien überwiesen
worden.
Damit konnte trotz der teils erheblichen Materialpreisverteuerung mit
dem ursprünglichen Projektwert ein wesentlich leistungsstärkeres
Wassernetz gebaut werden.
Deadline für die Fertigstellung ist nach wie vor der 11. März 2026.
An dieser Stelle gilt ein besonderer Dank unserer Kommunikations-
vorständin Christina, die mit hohem Engagement alle Einzelheiten mit
der fundacion, der Stiftung und dem Vorstand besprochen und geklärt
hat.